Per Anhalter ins Seengebiet

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Chile

Raus aus der Stadt – Rein ins Grüne

So wie wir nach Santiago gekommen sind, wollten wir es auch wieder verlassen: per Anhalter. Da es für uns beide das erste Mal war, dass wir per Anhalter fahren, war die Strecke Valparaiso – Santiago mit 100km ein gutes Warm-Up und da wir es spannend fanden & auch noch Geld sparen konnten, wollen wir so erstmal weiter verfahren.
Also haben wir uns auch in Santiago wieder mal an die Autobahn gestellt. Ja, richtig gelesen: Autobahn! Da in Chile viele Leute & vorallem auch Einheimische trampen, wurde uns die Autobahn als Startpunkt ans Herz gelegt. Da man in Chile „nur“ 120km/h auf der Autobahn fahren darf, ist es auch nicht soooo schlimm an der Straße zu warten. Leider hatten wir dieses Mal nicht ganz so viel Glück & mussten fast 2 Stunden warten bis uns ein LKW-Fahrer eingesammelt hat. Mit Jorge können wir zwar nur bis Linares fahren (anstatt dem eigentlichen Ziel Pucon), aber da wir ja jetzt stolze Zelt- und Campingequipmentbesitzer sind haben wir kurzerhand neben der Autobahn auf einer Wiese gecampt. Nachdem wir uns schon häuslich eingerichtet & zu abend gegessen haben, kam Jorge dann noch mit seiner Frau vorbei um zu sehen wie es uns geht & uns einzuladen bei ihnen im Haus zu übernachten. Die Einladung haben wir zwar dankend ausgeschlagen, uns aber für den nächsten Morgen verabredet da Jorge mit seinem LKW weiter in unsere Richtung fährt.
Am nächsten Morgen wurden wir dann eingesammelt und erstmal von Jorge zum Frühstück eingeladen. Irgendwie ein komisches Gefühl, wenn man schon kostenlos mitgenommen wird auch noch versorgt zu werden, aber er bestand darauf uns einzuladen & wenn wir eins während der Reise gelernt haben, dann ist es: Wenn man etwas angeboten bekommt dann nimmt man es dankend an & muss nicht immer direkt etwas zurück geben. Es ist das gleiche mit dem trampen: Wir können (und müssen) den Leuten nicht direkt etwas zurück geben, aber wenn wir mal wieder ein Auto besitzen sollten, nehmen wir dafür andere Leute mit.
Als wir in Temuco ankommen, sind es noch ca. 100km bis Pucon, was wir dann letztendlich mit einem Bus zurück legen. Immerhin konnten wir ca. 700km mit Jorge fahren…gar nicht so schlecht für den Anfang.
Von Pucon hatten wir uns ruhiges campen am See erhofft, aber leider nicht gefunden da der Ort auch bei Chilenen ein beliebtes Ziel im Sommer ist & dementsprchend teuer. Gecampt haben wir trotzdem aber nicht am See sondern im Ort. Irgendwie erinnerte uns Pucon an Mallorca: überlaufene Strände, Casinos und eine Bar an der nächsten. Die Aussicht ist allerdings schön: ein See und Vulkan „direkt vor der Haustür“ und tolle Sonnenuntergänge!

Nach 2 Nächten zieht es uns dann doch in eine ruhigere Gegend. Wir packen unseren Kram und fahren nach Caburgua, was auch direkt an einem See und einem Nationalpark liegt.
Der Campingplatz auf dem wir unterkommen ist der absolute Wahnsinn: zwar nicht direkt am See, sondern außerhalb aber die Besitzerin backt den ganzen Tag Brötchen und Kuchen und da sie uns scheinbar besonders ins Herz geschlossen hat, bekommen wir immer etwas zum probieren oder eine extra Portion. Sie macht sogar extra ein paar fleischfreie Empanadas damit ich nicht leer ausgehe. 😉

An einem Tag machen wir einen Ausflug zum Nationalpark Huerquehue und genießen Wald, Bergseen und Lagunen. Ein wirklich schöner Tagesausflug mit nur einem Haken: Der Rundweg ist mit 8,8km ausgeschildert, aber nirgendwo wird erwähnt das man noch 3,5km bis zum Parkeingang laufen muss….  Nachdem wir schon 3,5km vom Campingplatz bis zum Bus laufen mussten, wurden aus unserer angedachten Mini – 8,8km – Wanderung am Ende doch noch über 20km. 😀

Nach ein paar entspannten Camping-Tagen, raffen wir uns auf und wollen weiter Richtung Süden. Nächster Stop: Puerto Montt. Doch entgegen unserer Erwartung ist der Bus ausgebucht und wir entschließen uns kurzerhand nochmal zu trampen. Also mit dem Bus zur Autobahn fahren, 10 min. warten und ein Trucker liest uns auf. Einfacher als gedacht ; ) Dieses Mal sind wir ca. 3 Stunden mit einem sehr gesprächigen Argentinier unterwegs, der uns bis 100km vor unser eigentliches Ziel mitnehmen kann. Zum Abschied gibt es sogar noch ein kleines Geschenk – Wir lieben trampen : ) Nach ca. 20 min. hält ein kleines Auto, wir quetschen uns mit den riesigen Rucksäcken auf die Rückbank und rasen Richtung Puerto Montt.

Puerto Montt ist ein Reinfall und gar nicht so schön wie wir uns die Hafenstadt vorgestellt haben: Völlig überlaufen aber gleichzeitig haben alle Läden / Bars / Restaurants zu und wenn man die Promenade verlässt ist es dreckig und wie ausgestorben. Trotzdem suchen wir uns ein Hostel weil es schon relativ spät ist und müssen eine Nacht darüber schlafen wohin es als nächstes gehen soll.

Da wir am nächsten Morgen immer noch entschlussunfreudig sind, dauert es bis wir uns aufraffen können. Doch letztendlich fällt unsere Entscheidung auf Puerto Varas, ca. 30km von Puerto Montt entfernt und ebenfalls an einem großen See. Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt für einen Besuch im Nationalpark Vicente Perez Rosales und einen Ausflug zum Vulkan Osorno. Außerdem treffen wir nach 6 Monaten Kristin & Matthias wieder, die wir in Kolumbien kennengelernt und in Medellin zum letzten Mal gesehen haben. Schön nochmal bekannte Gesichter zu sehen!

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Zusammen kochen wir (oder überlassen das Matthias, denn als Profi kann er uns z.B. Spätzle zaubern ; )), leihen ein Auto und besuchen den Osorno Vulkan um dort ein bisschen herum zuspazieren, erkunden die Gegend und fahren für ein paar Tage in den Vicente Perez Rosales Nationalpark um am Lago Todos Los Santos zum campen, Boot fahren (was kostenlos war, da eine Chilenische Fernsehproduktion noch ein paar Ausländer an Bord braucht ; )) und wandern.

Nach 2 Wochen im Zelt sind wir inzwischen zurück in Puerto Varas und haben uns ein Hostel (und reichlich Kuchen – der hier wirklich so heißt ; )) gegönnt und warten auf unseren Besuch aus Deutschland! Nach fast 7 Monaten gibt es ein Wiedersehen mit unserem Lieblingsrabauken der auf die bezaubernden Namen Mister T. / Teusch / Ampelmännchen oder Thomas hört.

Also bis bald, Eure Tramps

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